NEW YORK, 1. September 2026 (WAM) -- Tom Fletcher, Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator, hat gewarnt, dass sich der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo in beispiellosem Tempo ausbreitet. Er forderte dringende internationale Maßnahmen und Finanzmittel, bevor die Lage außer Kontrolle gerät. Bei einem virtuellen Briefing für die UN-Mitgliedstaaten am Dienstag bezeichnete Fletcher den Ausbruch als die am schnellsten wachsende Ebola-Epidemie, die jemals verzeichnet wurde. Das Virus breite sich in einem Land aus, das bereits mit einer tiefgreifenden humanitären Krise konfrontiert sei: Nahezu 11 Millionen Menschen seien auf Hilfe angewiesen, inmitten konfliktbedingter Vertreibung, akuter Ernährungsunsicherheit und weit verbreiteter Mangelernährung. Der Ausbruch hat sechs Provinzen erreicht, darunter Gebiete, in denen Gewalt und Unsicherheit den humanitären Zugang einschränken. Schwache lokale Gesundheitssysteme erschweren zusätzlich, Fälle zu erkennen, Kontakte nachzuverfolgen, Patienten zu behandeln und Vertrauen bei den betroffenen Gemeinschaften aufzubauen. Fletcher betonte, die internationale Reaktion müsse dringend ausgeweitet werden, um mit der beschleunigten Ausbreitung des Virus Schritt zu halten. Seit der Aktivierung ihres Notfallmechanismus am 9. Juni haben die Vereinten Nationen ihre Maßnahmen verstärkt und unter anderem operative humanitäre Drehkreuze in Bunia und Beni eingerichtet. Fletcher verwies zudem auf die erheblichen Risiken für die Einsatzkräfte vor Ort. Mehr als 40 Beschäftigte im Gesundheitswesen sind an Ebola gestorben, während sie versuchten, andere zu retten; Behandlungszentren und Krankenwagen wurden angegriffen. „Diese Einsatzkräfte an vorderster Front müssen geschützt werden“, sagte er. Der überarbeitete Plan für humanitäre Bedarfe und Maßnahmen 2026 für die Demokratische Republik Kongo erfordert 2,1 Milliarden US-Dollar, darunter 300 Millionen Dollar für Ebola-bezogene Aktivitäten. Fletcher rief die internationale Gemeinschaft auf, die Krise weit oben auf der globalen Agenda zu halten, einen sicheren und schnellen humanitären Zugang zu gewährleisten und mehr sowie flexiblere Mittel sowohl für die Ebola-Bekämpfung als auch für den umfassenderen humanitären Einsatz bereitzustellen. „Die Zeit arbeitet nicht für uns“, warnte er. „Wir haben Ebola schon einmal besiegt. Und wir können es wieder schaffen.“


(Quelle: WAM.ae)