SAO PAULO, 4. September 2026 (WAM) — Die brasilianische Regierung erklärte am Donnerstag, sie könne Gegenmaßnahmen gegenüber der Europäischen Union ergreifen, sollten die Verhandlungen über die Aufhebung des EU-Einfuhrverbots für tierische Erzeugnisse aus dem südamerikanischen Land zu keinem „zufriedenstellenden Ergebnis“ führen. Das brasilianische Landwirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, es werde Gegenmaßnahmen prüfen, falls keine zufriedenstellende Lösung erreicht werde. „Die brasilianischen Behörden haben ihre Empörung über den fehlenden Dialog vor der Verabschiedung der Maßnahme zum Ausdruck gebracht“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Aussetzung entspreche zudem „nicht der Tiefe der strategischen Partnerschaft zwischen Brasilien und der EU“. Die Europäische Union hat die Einfuhr tierischer Erzeugnisse aus Brasilien, darunter Rindfleisch, Geflügel, Eier und Honig, mit Wirkung vom 3. September 2026 ausgesetzt. Auslöser des Einfuhrstopps sind neue EU-Vorschriften zur Kontrolle und Verwendung antimikrobieller Substanzen in der Tierhaltung. Die Staatengemeinschaft hatte im Mai angekündigt, Brasilien von der Liste der Länder zu streichen, die bestimmte tierische Erzeugnisse in die EU ausführen dürfen. Zur Begründung hieß es, Brasilien habe keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass seine Tierhaltung die EU-Standards zu antibiotischen Wachstumsförderern und anderen beschränkten Arzneimitteln erfüllt.


(Quelle: WAM.ae)